Internet Explorer und seine Tücken

Thursday, 8 October 2009 05:25 by Krumelur

Was hält mehrere Softwareentwickler zwei Tage auf Trab? Richtig, der Internet Explorer, oder kurz "IE". In unserem Fall IE8.

 

Um anderen Entwicklern das Leben zu erleichtern, habe ich mich entschieden, die Problematik hier nochmal darzulegen und, vor allem, eine Lösung zu präsentieren. Es gibt im Web hunderte Pages die sich mit dem Problem befassen, aber ich habe nach langem Suchen nur eine einzige gefunden, die den Grund nannte, der in unserem Fall zum Erscheinen dieses lästigen Dialogs führte.

Die übliche Grund ist eine "http://" Referenz auf irgendein Bild oder anderes eingebettetes Element innerhalb einer Seite, welche per "https://" angezeigt wird. Dies ist einfach zu beheben: man suche nach "http" und ersetze durch "https". So weit so gut.

Aber es gibt noch einen weiteren Fall: im IE bis einschließlich Version 7 gibt es einen Bug, der dazu führt, dass der Dialog angezeigt wird, wenn man die JScript Methode "removeChild" nutzt. Als Beispiel diene uns dieses Element:

<div id="myDiv">
<input id="myInput" type="text" style="background:url(/images/myimage.png)"/>
</div>

Versucht man dieses Eingabefeld nun zu entfernen per Script, erhält man obige Meldung:

document.getElementById("myDiv").parentNode.removeChild(document.getElementById("myImage"));

Warum? Der Grund ist das Hintergrundbild des Textfeldes. Sobald ein Element einen Hintergrund definiert, führt die Nutzung von "removeChild" zu dem Bug.

Auch das ist weitestgehend bekannt.

Weniger bekannt ist hingegen: es gibt das Problem auch noch in IE8 in anderer Form.
Die genaue Definition lautet: Das Einfügen eines Elementes mit relativer Hintergrundgrafik im inline Style in die DOM führt zur Anzeige des obigen Dialoges.
Wenn man per XmlHttpRequest Daten vom Server lädt und die Antwort ausliest (ResponseText) und diese als HTML interpretiert und in der aktuellen Seite per Script einfügt, macht man genau dies und bekommt Dialog zu sehen. Es ist also ein gängiges Problem im Web 2.0.

In ResponseText sei:
<input id="myInput" type="text" style="background:url(/images/myimage.png)"/>

Hier soll das Ergebnis von ResponseText hinein:
<div id="myTarget">
</div>

In der "Request Complete" Methode das XmlHttpRequest Objektes:
document.getElementById("myTarget").innerHTML = oXml.ResponseText;

Und voilà. Schon kommt das wunderbare Popup. Microsoft

Lösungen:

  • Alle Bilder Referenzen absolut angeben
  • Keine inline Styles verwenden, sondern CSS Dateien nutzen

Links:

 

Ich hoffe dem einen oder anderen geholfen zu haben.

"Campingausstattung" im T5 - wir bauen uns ein Kinderbett

Saturday, 22 August 2009 15:44 by Krumelur

Der VW-Bus T5 ist einfach großartig, aber wenn man keinen California hat, dann ist der Schlafplatz begrenzt. Wohin also mit dem Kinde? Ich dachte mir, der Kleine sollte doch einfach dort schlafen, wo er auch tagsüber am allerliebsten spielt und alle Knöpfe drückt: auf den Vordersitzen. Um es ein bisschen gemütlicher zu machen, habe ich mir eine Klappkonstruktion überlegt. Auf- oder abgebaut in wenigen Minuten, hat es einen ersten "Beschlafungstest" schon hinter sich: in Kroatien hat unser Sohn prima gepennt.

 

Das aufgebaute Bett. Es liegt auf den Vordersitzen auf und wird durch zwei "Nackenhörnchen" (diese Dinger, die man zum Schlafen im Sitzen verwendet, um den Nacken zu stabilisieren) im Wasser gehalten. Rechts unten im Bild sieht man einen der vier anschraubbaren Füße.
Der Stoff ist von einem alten Vorhang - als Bettbezug ist er einwandfrei. Im "Livebetrieb" kommt eh noch ein Betttuch drüber, da stört das antiquierte Design nicht.

 Das Schlaflager komplett zerlegt. Rechts oben die zwei ansteckbaren Teile welche in den Fußraum reichen. Links die beiden Nackenhörnchen und daneben die vier Füße. Normalerweise verwende ich nur drei davon.

 Das Hauptteil in aufgeklapptem Zustand mit einem angesteckten Fußraumteil.
Die Konstruktion besteht aus 12mm Leimholz auf welches 40mm dicker Schaumstoff aufgeleimt wurde. Umspannt und festgetackert ist das Ganze schließlich mit einem alten Vorhangstoff.

"Campingausstattung" im T5

Saturday, 22 August 2009 15:28 by Krumelur

Heute war es so weit! Das IKEA Küchenkästchen hat seinen Weg in unseren Atlantis Multivan gefunden.
Es dient als Campingausstattung "light". Ausgestattet ist es mit zwei ausziehbaren Drahtkörben und einem Einlegeboden. Diese sind ebenfalls aus dem IKEA Programm ("Pax") und passen auch wunderbar in die Kücheneinrichtung.
Als Deckplatte habe ich mir bei Obi eine Spanplatte in der richtigen Größe schneiden lassen. Diese steht hinten am Kästchen über und schließt bündig mit der Busverkleidung ab, so dass nichts hinten runterfallen kann.
Das Kästchen hat am Boden zwei 8mm Bohrungen bekommen, durch die Schrauben stecken, welche mit einer 40mm Unterlegscheibe unterlegt sind. Damit kann man das Kästchen dann im Schienensystem des Bus befestigen - einfach die Flügelmuttern oben zudrehen.

Nächstes Wochenende kann es dann endlich losgehen nach Korsika!

Alte Website weg...

Wednesday, 12 August 2009 04:42 by Krumelur

...BlogEngine.net installiert. Jetzt noch ein bisschen Farbe und die alten Inhalte übernehmen.

Kann noch dauern.


René

Tsunami in Thailand 2004 - live dabei

Sunday, 26 December 2004 12:00 by Krumelur
Schon im Juni 2004 gebucht und noch viel länger geplant, verschlug es meine Freundin und mich am 22. Dezember 2004 nach Thailand. Geplant war eine fünfzehntägige Tour.
Das alles ganz schnell ganz anders kommen kann als geplant, darum geht es in diesem Bericht.
Die Karte zeigt den für uns relevanten Ausschnitt. Phuket ist der Name einer Insel im Süden Thailands, einer Provinz und ihrer Hauptstadt. Die Stadt Phuket liegt im Osten der Insel an der Andamanensee. Die Entfernung zur Hauptstadt Bangkok beträgt mehr als 800 km. Phuket Town heißt seit Anfang 2004 Phuket City, da die Einwohnerzahl auf über 200.000 gestiegen ist.

Unser ursprüngliches Vorhaben war, die ersten Tage in einem bereits gebuchten Bungalow im Süden von Phuket zu bleiben (Ao Sane Beach) und dort einige Tauchgänge direkt vom Strand weg und ein oder zwei Bootstouren zu ausgesuchten Tauchplätzen zu machen. Anschliessend wollten wir nach Phi Phi Island weiter und uns dort ein paar Tage einquartieren. Weiter war nichts geplant - wir wollten einfach immer weiterziehen wenn uns danach war. Am 3.1.2005 sollte der Rückflug nach Bangkok angetreten werden, wo wir und vor der Heimreise noch ein bisschen umsehen wollten. Auf Grund der Flutkatastrophe in Asien haben sich diese Pläne allerdings alle zerschlagen. Aber der Reihe nach.
Der erste Teil des Berichts erzählt von unserer (anstrengenden Anreise).

Die Anreise

Erste Station: Dubai

Da wir mit dem Rucksack unterwegs waren, hatten wir keine Pauschalreise gebucht, sondern nur die notwendigen Flüge um nach Phuket und wieder zurück zu kommen. Der Hinflug führte mit der Fluglinie Emirates am 22.12.2004 innerhalb von sechs Stunden erst nach Dubai von wo aus es dann nach ca. drei Stunden Aufenthalt ebenfalls mit Emirates nach Bangkok weiter ging.
Emirates ist eine Fluglinie der Spitzenklasse. Jeder Sitz ist mit einem Multimedia Terminal ausgestattet. Das bedeutet, dass in der Rückenlehne jedes Sitzes ein LCD Touchscreen und ein Joypad untergebracht sind. Man kann zwischen verschiedenen Radioprogrammen und Filmen wählen. Das Highlight sind aber sicherlich die beiden Kameras: eine davon ist vorne und eine unten am Flugzeug montiert. So kann man jederzeit nach vorne aus dem Flugzeug schauen oder nach unten. Besonders bei Start und Landung ein sehenswerter Anblick.
Weiterhin gibt es eine Auswahl an Spielen. Klassiker wie Tetris und ein PacMan Klon gehören genauso dazu wie Kreuzworträtsel und Schach. Da alle Terminals vernetzt sind kann man manche Spiele mit mehreren Personen im Flugzeug spielen.
Ein weiteres Feature ist die Möglichkeit kostenlos andere Terminals anzurufen um sich zu unterhalten. Wer mal eben nach Hause telefonieren möchte, kann dies auch tun: einfach Kreditkarte rein und per Satellitentelefon kann weltweit telefoniert werden.
Der Service an Board ist spitzenklasse: alle Getränke (auch alkoholische) sind frei und die Crew ist um jeden Gast sehr bemüht. Es empfiehlt sich eine Emirates Maschine mit leerem Magen zu besteigen: das Essen schmeckt gut und ist reichlich und man kann immer aus mindestens zwei Menüs wählen.
Der Flughafen von Dubai ist weltweit wohl einzigartig. Man merkt einfach, dass Geld keine Rolle spielt. Der Duty Free Shop ist größer als so manches Kaufhaus in deutschen Großstädten und man bekommt dort so praktischen Kleinkram wie Mobiltelefone aus gebürstetem Platin zum Preis von 32.000 US$ oder Füllfederhalter von Mont Blanc für 35.000 US$.

Mitten in der Wüste sind klar abgegrenzte Grundstücke zu erkennen, welche sich grün vom beigen Sand abheben. Luxus gehört in Dubai zur Grundausstattung und ein Pool ist bei den heissen Temperaturen sicherlich praktisch.

Zweite Station: Bangkok

Nachdem wir weitere fünf Stunden Flugzeit hinter uns gebracht hatten, landete unser Emirates-Airbus sicher in Bangkok.
Von hier aus ging es weiter mit AirAsia. Wer mit AirAsia fliegt, sollte viiiiiiel Zeit mitbringen. Beim Hinflug hatten wir deri Stunden und beim Rückflug eine Stunde Verspätung.
Gebucht wir ohne Tickets per Internet oder Telefon. Umbuchungen sind jederzeit per Telefon möglich.
Nach der Landung auf Phuket brachte uns ein Taxi vom Flughafen im Norden zu unserem Strand im Süden. Die Fahrt dauerte ca. 40 Minuten und war extrem abenteuerlich.


Die ersten Tage am Ao Sane Beach

Ganz im Süden von Phuket liegt der Ao Sane Beach. An diesem Strand befinden sich einfache Bungalows direkt am Meer. Für wenig Geld kann man dort übernachten. Der Ao Sane Beach ist einer der letzten praktisch unberührten Plätze auf Phuket. Es herrscht kein Touristentrubel und keine Hektik. Der Strand ist nicht weiss sondern sieht eher unspektakulär aus. Die Besonderheit liegt unter Wasser. Ao Sane Beach ist der einzige Strand auf Phuket mit Hausriff. Man kann also direkt vom Strand aus Tauchgänge machen und erlebt eine recht große Artenvielfalt.

Aufmerksam auf den Ao Sane Beach wurden wir über das Forum taucher.net wo sich das Lob für die Tauchbasis "Armin's Diveteam" von Armin Rudloff (Infos hier) förmlich überschlägt.
Ursprünglich wollten wir vor Ort auf Phuket unseren PADI OWD-Schein machen, haben aber dann beschlossen die Ausbildung noch hier in Deutschland zu machen, da wir nach einem Schnuppertauchgang süchtig wurden. Armin empfing uns gut gelaunt, nahm sich viel Zeit und wir unterhielten uns lange bei einem ausgiebigen Frühstück im strandnahen Restaurant.
Wir planten einen ersten Tauchgang am Hausriff für den 24.12.2004 am Nachmittag ein (Tauchen an Heilig Abend bei 31° Aussentemperatur und 26° Wassertemperatur - ein Traum!) und einen weiteren für den 25.12. vormittags.
Vom Tauchshop weg bis zum Wasser sind es gerade mal zwei Minuten. Das Leihen der Ausrüstung ist günstig und unkompliziert. Am Hausriff erwarten den Taucher farbenfrohe Seesterne, Korallen, Kofferfische, Barracudas, Schnecken und viel anderes Getier; eine wahre Augenweide direkt vor der eigenen Haustür.


Unser Bungalow befand sich direkt neben dem Tauchshop und war nicht wie die anderen Bungalows aus Holz sondern gemauert. Als Ausgleich bot er eine Terrasse mit Blick auf's Meer und den direkten Kontakt zu Armin und seiner Mannschaft.
Auf Grund von Ohrenschmerzen nahm ich am zweiten Tauchgang nicht teil, war aber wieder dabei als wir mit dem Boot am Sonntag den 26.12.2004 gegen 8:00 Uhr in Richtung Racha Noi (eine Insel südlich von Phuket) aufbrachen. Dass dieser Bootsausflug uns wahrscheinlich das Leben gerettet hat war uns zu diesem Zeitpunkt natürlich nocht nicht bewusst.
Mit dem Bus ging es zum Hafen von Cha Long von wo aus wir gemächlich lostuckerten. Für Verpflegung an Board war gesorgt: es gab Sandwiches, Reis, Salat und Getränke; alles inklusive. Nach circa drei Stunden Fahrt erreichten wir Racha Noi und bereiteten uns auf den ersten Tauchgang vor. Armin gab letzte Anweisungen und dann ging es ab ins Wasser. Die Sicht war hier besser als am Hausriff und ich konnte das eine oder andere brauchbare Foto machen.

Armin Rudloff
Unser Guide war Jürgen. Ein sehr netter Zeitgenosse den man schnell ins Herz schließt und der niemanden hängen lässt. Er geht sehr professionell vor und man kann ihm blind vertrauen. Da meine Luft auf 16m auch prompt knapp wurde war dies auch dringend notwendig.

Jürgen
Unser Tauchgang führte uns auf 27m hinab. Obwohl das Wasser an der Oberfläche extrem ruhig war, wurden wir unter Wasser ständig 10m vor und zurück geworfen und hatten ganz schön gegen die Strömung zu kämpfen. Daß es sich bei der starken Strömung um Auswirkungen der tobenden Tsunamis handelte wussten wir zu diesem Zeitpunkt nicht.

Ein Fisch - ich weiss leider nicht was für einer. :-)

Ein Kofferfisch
Nach 35 Minuten war der Tauchgang beendet und wir wurden am Boot schon hektisch erwartet. Erste Informationen kamen durch, dass wohl "etwas" passiert sei auf Phuket. Genauere Infos gab es allerdings noch nicht. Wir fuhren in eine ruhige Bucht um Mittag zu essen. Gerade als alles vorbereitet war kam die Meldung, dass eine 10 Meter Welle in Richtung Phuket unterwegs sein und alle sich schleunigst in Sicherheit bringen sollten. Alles hierzu im nächsten Teil.

Der Tsunami - die Rückkehr von unserem Tauchausflug

Während unseres Tauchausflugs nach Racha Noi kamen immer wieder vereinzelte Meldungen über ein Erdbeben, eine Flutwelle, Überflutungen und ähnliches per Funk durch. Allerdings war über das fatale Ausmass nichts bekannt. Dann aber kam die Nachricht, dass alle Schiffe die momentan auf See waren draussen bleiben sollten - der Hafen von Chalong sei zerstört, eine weitere gigantische Flutwelle werde erwartet, man könne nichts tun und wünsche allen nur noch viel Glück. Das traf uns natürlich - wir waren verunsichert, glaubten aber immer noch daran, dass alles hochgespielt wurde, da wir ja rein gar nichts von der Welle merkten auf hoher See!
Die Anspannung an Bord stieg merklich und alle legten Schwimmwesten oder Jackets an und warteten. Die nächste Nachricht war, dass sich alle Boote an einem bestimmten Punkt treffen und die Leute mit Speedboats an Land geholt werden sollten. Es war ein einzigartiges Schauspiel: umgeben von bestimmt 100 Booten näherten wir uns der Küste, immer noch nicht das Ausmaß der Katastrophe sehend.

Alle Boote nähern sich der Küste
Nach langem Warten entschloss sich unser Kapitän doch noch am Pier in Chalong anzulegen, da die Zeit bis zum Eintreffen der nächsten noch erwarteten Welle anscheinend groß genug war. Dass Phuket von einer weiteren Welle verschont blieb zeigte sich erstt später - die Zerstörung durch die erste Welle war aber schon nicht zu übersehen. Zurück im Hafen sah man, wie stark der Wasserstand zurückgegangen war. Unzählige Boote lagen auf dem Trockenen, waren an Land gespült worden oder gesunken.

Dort wo der Holzsteg stand, ragten nur noch vereinzelt Holzteile aus dem Wasser - der Steg war zertrümmert. An Land konnte man sehen, wie weit das Wasser vorgedrungen war. Trotzdem sag es in Chalong noch recht harmlos aus. Immer noch mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass noch eine zweite Welle im Anmarsch ist, machte sich unsere Gruppe auf die Socken um vom Küstengebiet wegzukommen. Auf dem Weg zum Ao Sane Beach erkannten wir dann, wie heftig die Flutwelle wirklich war. Dort, wo wir am Abend zuvor noch gegessen hatten, waren nur noch Trümmer zu sehen. Vier Restaurants waren einfach verschwunden.

Der Bus brachte uns in Richtung Ao Sane Beach um zu sehen was dort geschehen war und um restliche Habseligkeiten zu retten. Mir war bei dem Gedanken wieder direkt an den Strand zu gehen gar nicht wohl. Jeder sagte, dass das Wasser nochmals zuschlagen würde. Ich stieg mit meiner Freundin auf einem Berg aus dem Bus aus um erst einmal die Lage zu peilen, bevor wir blind an den Strand zu unserem Bungalow rennen würden. Da das Wasser immer noch ablief und der Pegel sank, entschlossen wir uns dann schnell zum Bungalow zu laufen und zu retten was noch zu retten war. Der Anblick des Strandes bot ein Bild der Verwüstung. Autos hingen in den Felsen, das Strandrestaurant war ein einziges Trümmerfeld und Bungalows lagen in sich zusammengefallen auf dem Boden.

Da unser Bungalow gemauert war hielt er den Wellen stand, allerdings war im Inneren alles durcheinander gewirbelt. Unser Kleidung lag verstreut auf dem Boden, das Bett stand quer vor der Türe, der Schrank lag zerbrochen über den verstreuten Habseligkeiten. Wir fischten unsere Rucksäcke aus dem Schlamm und fingen an alles einzupacken was uns unterkam. Meine erste Suche galt den Flugtickets und meinem Reisepass. Ich hatte diese Papiere in einem wasserdichten Plastikbeutel im Bungalow zurückgelassen und fand diesen tatsächlich auf dem Boden. Jetzt fiel mir erst einmal ein Stein vom Herzen. Zusammen mit der Kreditkarte waren dies die wichtigsten Dokumente die wir brauchten um von Phuket wegzukommen. Meiner Freundin erging es leider nicht so gut: ihr Reisepass blieb erst einmal verschwunden. Meine nächste Sorge galt dem Handy. Ich war mir eigentlich sicher, es mit auf das Boot genommen zu haben, aber ich konnte es nicht finden. Als ich dann das Ladegerät im Dreck entdeckte war ich mir sicher, dass ich das Telefon auch im Bungalow gelassen hatte und es nun ins Meer gespült worden war.
Nachdem wir das nötigste eingepackt hatten, kletterten wir auf den nächstbesten Berg und richteten uns auf eine Nacht in der Natur ein. Wir wollten warten, bis das Wasser wieder zurückgekehrt war.

Zerstörter Pickup
Als ich nochmals meinen Rucksack durchwühlte, fand ich endlich mein Handy. Es war so gut aufgeräumt, dass ich es dauernd übersehen hatte. Jetzt konnten wir erst einmal unsere Eltern und Freunde informieren, dass wir noch am Leben sind.
Nach einiger Zeit ging meine Freundin nochmal ohne Gepäck auf die Suche nach ihrem Reispass, jedoch ohne Erfolg. Sie traf aber Armin und Jürgen, welche sich schon Sorgen um unseren Verbleib gemacht hatten. Jürgen nahm uns dann mit zu sich nach Hause, wo wir die Nacht verbringen konnten. Andere Urlauber nächtigten bei Armin und Sylvia. Ich verbrachte die ganze Nacht mit telefonieren um einen neuen Reisepass für meine Freundin zu organisieren und um Informationen einzuholen, wie wir aus Phuket rauskommen können.
Noch in der Nacht rief mich unser Reisebüro an. Ich war gerührt von soviel Fürsorge und hörte die Erleichterung in der Stimme des Anrufers als er vernahm, dass es uns gut ging. Er buchte sofort unseren Rückflug von Bangkok um, so dass wir früher nach Hause zurückkehren konnten.

Der Rest vom Strandrestaurant
Unser Weg führte uns am nächsten Tag dann erst einmal zum Konsul der Deutschen Botschaft auf Phuket um einen neuen Reispass zu beantragen. Dort trafen wir auf viele verzweifelte Menschen, die nicht nur all ihre Dokumente, sondern auch ihre Angehörigen verloren hatten. Die Botschaft kümmerte sich augenblicklich und sehr freundlich um uns. Man konnte im Imbiss gratis essen. Wer kein Geld mehr hatte, wurde gleich mit einem Notgroschen ausgestattet und bekam alle notwendigen Papiere. Das Ausstellen das vorläufigen Passes dauerte einige Stunden. Während des Wartens kam ein Anruf von Armin, dass jemand den Reisepass am Strand gefunden hätte! Wir holten den Pass sogleich ab, warteten aber trotzdem noch darauf, dass der vorläufige Pass fertig ist, da das Original evtl. nicht mehr lesbar hätte sein können.

Nachdem ich AirAsia per Telefon erreicht hatte, gelang es mir, unseren Flug umzubuchen, so dass wir am 28.12. nach Bangkok fliegen konnten. Die Änderungsgebühr bezahlte ich nur zu gerne.
Die Nacht verbrachten wir in einem Hotel in Phuket City. Da fast alles ausgebucht war, zahlten wir den dreifachen Preis (1000.- Baht, ca. 20.- Euro).
Am Flughafen zeigte sich dann wieder das Ausmaß der Katastrophe: überall wurde Trinkwasser und Essen ausgeteilt. Die Menschen standen in langen Schlangen an um Phuket zu verlassen. Dass wir noch zwei Plätze in einem Flieger ergattern konnten war reines Glück.
Mit einer Stunde Verspätung verließen wir Phuket und landeten sicher in Bangkok wo wir noch zwei Tage verbrachten, ehe wir den Heimflug antraten.

Zwei Tage in Bangkok


Noch am Flughafen von Phuket buchte ich ein Zimmer im Swiss Park Hotel in Bangkok. Ein Hotel der gehobenen Mittelklasse das man sich leisten kann. Für zweieinhalb Tage zahlten wir inklusive Minibar und Waschen unserer stinkenden und durchnässten Klamotten ca. 120.- Euro.

Das Swiss Park Hotel
Direkt neben dem Hotel war ein Fest: Countdown to 2005. Es gab dort allerlei leckeres Essen und Trinken. Dennoch war auch hier zu spüren, dass es eine Katastrophe gegeben hat und so wurde erst einmal eine Schweigeminute eingelegt. Da Bangkok aber über 800km entfernt von Phuket ist, war der Schmerz und die Trauer nicht so unmittelbar zu spüren wie auf Phuket selbst.
Wir versuchten und abzulenken und genossen erst einmal frisches Hähnchen vom Grill. Die thailändischen Spezialitäten wie fritierten Hähnchenkopf rührten wir allerdings nicht an.

Fritierte Hähnchenköpfe
Neben kulinarischen Köstlichkeiten wurde auch das Ohr verwöhnt. Thailändische Bands schmetterten Klassiker der Pop- und Rockmusik, dass es eine wahre Freude war. Ein thailändischer Song stach dabei besonders heraus.
Abends tobt in den Strassen Bangkok's das Leben. An jeder Ecke bieten Händler ihre Waren zum Verkauf an. Von der gefälschten Rolex, über Kleidung bis hin zu völlig sinnlosem Krimskrams bekommt man alles. An jeder Ecke duftet und brutzelt es aus den mobilen Garküchen.

Farbenfrohe Travestieshows wechseln sich ab mit zwielichtigen Kneipen und mehrstöckigen Einkaufszentren. Ein besonderes Highlight Bangkok's ist sicherlich die Backpackermeile, die Kao San Road. Dort finden sich günstige Hotels und jede Menge junger Leute die mit dem Rucksack unterwegs durch Asien sind. Hier erhält man für wenig Geld einen internationalen Studentenausweis, einen Pass oder einen Führerschein - natürlich alles gefälscht. Wer hier nichts zu kaufen findet, dem ist nicht mehr zu helfen.

Highlife in der Kao San Road
Die Stadt gleicht jedem Tag einem einzigen Riesenstau. Jeder hat ein Auto oder Motorrad. Obwohl es öffentliche Verkehrmittel wie eine U-Bahn oder die Skytrain gibt kollabiert der Verkehr täglich.
Man kann dieses Gewusel nur lieben oder hassen - dazwischen gibt es nichts.

Bei einem Singha Bier und lauen Temperaturen auch in der Nacht konnten wir den Trubel der vergangenen Tage etwas vergessen.

Unsere letzte Station in Thailand war die Besichtigung des goldenen Buddhas. Angeblich ist diese Statue fünf Tonnen schwer und aus purem Gold. Lange Zeit war sie von einem Tonmanten umgeben, so dass niemend sehen konnte, dass darunter jede Menge Gold steckt.

Die Tempelanlage ist stark geschmückt. Überall sind Blumen zu sehen und Gläubige, welche Buddhastatuen mit Blattgold verzieren. In der gesamten Tempelanlage muss man anständig gekleidet sein und darf nicht barfüßig umhergehen. Im Inneren des Tempels hingegen ist es Pflicht die Schuhe auszuziehen.

Die Rückfahrt vom Tempel zum Hotel erledigten wir per Boot. Auf dem Fluss kann man für 10 Baht pro Person (ca. 20 Cent) durch ganz Bangkok fahren.

Nach zwei Nächten endete unser Aufenthalt in Bangkok. Um 22:00 waren wir am Bangkok International Airport um auf unseren Flug zu warten. Dieser war für den 31.12. um 05:30 am Morgen angesetzt. Nachdem wir uns bei Emirates im Büro gemeldet hatten, erhielten wir kostenlos eine Umbuchung auf einen früheren Flug der dann auch nur noch drei Stunden Aufenthalt in Dubai hatte. Man sagte uns, dass alle Last Minute Plätze für Rückkehrer aus Phuket freigehalten werden. So waren wir dann um 11:55 Uhr in München und wurden im Hochsicherheitsterminal in Empfang genommen. Dort wurden die Personalien erfasst, um die Listen der vermissten Personen upzudaten.
Gegen 14:00 Uhr waren wir dann zu Hause und erleichtert dieses Abenteuer unbeschadet überstanden zu haben.